
| Von Licht und Schatten |
| Posted on: 29.10.2011 |
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Gerade habe ich mich im Forum von ASP angemeldet, und mir danach Gedanken gemacht, was ich dort wohl in meine Vorstellung schreiben, wie ich mich vorstellen kann. Dabei fingen meine Gedanken an, sich ein wenig zu verselbstständigen, und gingen weit zurück in die Vergangenheit, bis zurück in jene Zeit, als ich so ungefähr 15 Jahre alt war. Das war auch ungefähr die Zeit, als ich meine musikalische Reise im Reich der elektronischen Musik begann. Ich war schon immer ein sehr verträumter Mensch mit lebhafter Phantasie, lebte oft in Tagträumen, welche die sogenannte reale Welt überlagerten, und fühlte mich angezogen von allem Geheimnisvollem, Mystischem, Magischem. Dazu kam ein grüblerischer, hinterfragender Geist, der nichts von dem hinnehmen wollte, was man ihm als unumstößliche Tatsache vorsetzte. Unumstößliche Tatsache? So etwas gab es nicht - alles war möglich, die Welt unentdeckt und voller Wunder, die sogenannte Wissenschaft nur ein Haufen Ignoranten, die nicht über ihren Tellerrand zu schauen vermochten oder wollten, aus Angst, ihre mühsam aufgestellten Theorien könnten sich als falsch herausstellen. Alles in allem war dies eine dunkle Zeit, sowohl im Sinne von Geborgenheit und eines weiten, unendlichen Raumes, in dem sich alles manifestieren konnte, in dem man sich aber auch schnell verirren und verloren gehen konnte... Mit dieser Vorgeschichte ist es nicht verwunderlich, dass ich mich sehr zu der beginnenden Esoterik - und New-Age-Szene hingezogen fühlte - hier schien es für Dinge und Phänomene Erklärungen zu geben, wo die Wissenschaft versagte oder sich gar nicht erst die Mühe machte, sie zu ergründen. So ist die Zeit zwischen meinem zwanzigsten und dreissigsten Lebensjahr geprägt von Esoterikmessen, Licht - und Heilungsmeditationen, Vorträgen von "Meistern" und "Erleuchteten", die damals wie Sand am Meer wie aus dem Nichts auftauchten, und unzähligen Büchern. Das Licht war allgegenwärtig in dieser Zeit, und ständig bemüht, die Dunkelheit zu vertreiben, die Schatten, in denen sich ja nur das Böse versteckt, das Verführerische, was einem vom Wesentlichen ablenkt. Es war für mich eine wichtige Zeit der Selbstfindung, Selbstentdeckung und Selbstannahme, die letztendlich, wenn auch erst viele Jahre später, als die Vierzig in meinem Leben langsam näher rückte, auch zu einem Neuentdecken der Welt führte. In dieser neuentdeckten Welt war es aber nun genau umgekehrt - das Böse, Negative, Zerstörerische - oder sollte ich vielmehr schreiben das krankhaft Egoistische, Machtgierige und Profitbesessene - versteckte sich nicht (nur) in der Dunkelheit, wo es vermutet und gefunden werden konnte, wenn man sich ohne Angst in den weiten Räumen der Ewigkeit bewegen kann, sondern es verbarg sich vielmehr noch im Licht, getarnt mit einem ansprechenden und "seriösen" Äußerem, schönen Worten und dem vorgetragenen Wunsch "nur das Beste zu wollen". Und die Wissenschaft war immer noch der ignorante Haufen, der nicht über seinen Tellerrand schauen oder will, und dazu noch der Handlanger der Macht - und Profitlobby. Wohin sollte das führen, wenn sich die Ethik nicht weiterentwickelt und immer weiter zurückbleibt? Heute bin ich ein Mensch, der die Dunkelheit lieber mag als das Licht, der den Mond lieber mag als die grelle Sonne, die in den Augen weh tut. Ich mag die Stille der Nacht mehr als die laute Hektik am Tag. Ich mag einen wolkenlosen Nachthimmel voller Sterne, die mir zufunkeln. Und ich mag einen bewölkten Tageshimmel mit seinen Wolken die Wolken lieber als einen wolkenlosen blauen Himmel, der die Sonne ungefiltert herabbrennen lässt. Vor allem aber mag ich die zeiten der Dämmerung, die Zeiten des Übergangs - das sind wirklich magische Augenblicke, an denen die Grenzen zu Mystik und Magie aufweichen und transparent werden. Ich glaube, ich bin vor allem ein Kind der Dämmerung, auch ein Kind der Nacht und der Träume, aber bestimmt kein Kind des Tages. Nun ist es nicht so, dass ich nur schwarz trage - im Gegenteil, ich mag Farben. Dabei bevorzuge ich gern die warmen Erdtöne, braun, beige und dergleichen. Als Metall hat es Kupfer mir angetan - ich finde es ist vom Aussehen her das vielseitigste und auch schönste Metall, sicherlich schöner als Silber oder Gold. Dieser warme Schimmer ist einfach unnachahmlich und wunderschön anzuschauen. Und ich mag Friesenhäuser mit ihren Rieddächern. Wer also bisher gedacht hat, er könne mich im öffentlichen Leben wommöglich als Goth erkennen, den muß ich enttäuschen. Nach außen hin bin ich eigentlich eher unauffällig und vollkommen durchschnittlich. Aber in meinem Inneren sieht es anders aus... |
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